Stiftung Börtlingen

Die Kreissparkasse Göppingen hat in ihrer letzten Pressemitteilung eine für Börtlingen überaus erfreuliche Nachricht:

„Ohne Anstifter geht es nicht“

Börtlingen errichtet Bürgerstiftung

„Der Gemeinderat hat im November einstimmig der Errichtung einer Bürgerstiftung zugestimmt“, berichtet Börtlingens Bürgermeister Franz Wenka. Freude und Erleichterung sind deutlich herauszuhören, wenn er vom jüngsten Projekt der Gemeinde spricht. Möglich gemacht wird es von Hannsgeorg Kramer. Der Börtlinger hat die Bürgerstiftung initiiert und sorgt mit 50.000 Euro dafür, dass die Verträge bald in trockenen Tüchern sind.

Städte und Gemeinden brauchen Anstifter wie Hannsgeorg Kramer, denn es bedarf mindestens 25.000 Euro, um eine gemeinnützige Stiftung unter dem Dach der Stiftergemeinschaft der Kreissparkasse Göppingen zu gründen. „Wir hätten in unserer kleinen Gemeinde und Rathausverwaltung eine Stiftung nicht ohne Weiteres stemmen können und sind froh, dass uns die Kreissparkasse Göppingen über ihre Stiftergemeinschaft einen gangbaren Weg bietet“, sagt Franz Wenka. Mit der Bürgerstiftung sollen die Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde und Präventionsaktionen mit Jugendlichen gefördert werden. Weiter sollen Bürger unterstützt werden, die unverschuldet in Not geraten sind. „Der Gemeinschaftsgedanke ist in Börtlingen bereits fest verankert. Jetzt hoffen wir, dass die Börtlinger die Bürgerstiftung unterstützen. In der Niedrigzinsphase wird die Stiftung auf Spenden angewiesen sein, um Gutes bewirken zu können“, ist Franz Wenka überzeugt.

Freud und Leid liegen nah beieinander heißt es im Volksmund. Dies haben auch Gudrun und Hannsgeorg Kramer erfahren. Als der 74-Jährige im Frühjahr eine Erbschaft machte, stand für ihn fest, dass er damit eine Bürgerstiftung anstoßen will: „Ich war beruflich sehr erfolgreich. Wir haben alles, was wir zum Leben brauchen, und geben daher gerne etwas für diejenigen ab, die momentan weniger auf der Sonnenseite stehen.“ Und so setzt er sein Wissen auch ehrenamtlich im Repair-Café im Jugendcafé Moccalino in Jebenhausen ein. „Mein Mann und ein weiterer Ingenieur bringen dort Videorekorder, Mixer, Staubsauger und vieles mehr zum Laufen. Die Dankbarkeit der Menschen ist der schönste Lohn“, erzählt Gudrun Kramer, die ihren Mann begleitet und mit Gebäck für das leibliche Wohl der Hilfesuchenden sorgt. Auch im Café Asyl sind Kramers regelmäßig anzutreffen. Insbesondere helfen sie einer syrischen Familie. Ein wesentlicher Antrieb der Eheleute ist dem Tod eines Sohnes vor acht Jahren geschuldet. „Unser Sohn ist als Jugendlicher in die Drogenszene abgerutscht. Es ist uns daher wichtig, dass Jugendliche erfahren, wie gefährlich Drogen sind und dass Eltern über erste Anzeichen aufgeklärt werden“, sagt Hannsgeorg Kramer. Daher hat er vor Jahren als Zustiftung zur Bürgerstiftung Göppingen den Wolfram-Kramer-Fonds eingerichtet. Das Ehepaar kann die vielen Jahre der Sorge um seinen Sohn nicht vergessen: „Wolfram wird immer bei uns sein.“ Der Lebensmut hat die Eheleute jedoch nicht verlassen. „Als unser jüngerer Sohn starb, wurde uns noch im selben Jahr unser erster Enkel geschenkt. Mittlerweile haben wir zwei Enkelkinder und genießen es, die Zeit mit ihnen zu verbringen“, freut sich Gudrun Kramer.

Die Gemeinschaft braucht Bürger wie die Eheleute Kramer. Menschen, die andere an ihrem Leben teilhaben lassen, Erfahrungen weitergeben und Hilfe leisten. „Ohne unsere Anstifter könnten wir die Bürgerstiftung nicht realisieren“, fasst Bürgermeister Franz Wenka die Situation zusammen. Sein Dank geht an Hannsgeorg Kramer, aber auch an die Kreissparkasse Göppingen, die zum Start zwei Euro pro Bürger für die Stiftung gibt. „Damit können wir bei 1800 Einwohnern mit 3600 Euro rechnen und nahezu die Kosten für die Errichtung der Bürgerstiftung decken“, so der Bürgermeister.

Namens des Gemeinderates, der Bürgerschaft und ganz persönlich danke ich Herrn Hannsgeorg Kramer für diese ganz besondere Geste – für Börtlingen geradezu ein Weihnachtsgeschenk.

Wir erwarten in Kürze nun die offizielle Stiftungsurkunde. Unsere Aufgabe wird es dann sein, die „Stiftung Börtlingen“ auch mit Leben zu erfüllen. Hierzu näheres im nächsten Schurwaldboten.

Der Stiftungsertrag wird für die örtliche Kinder- und Jugendarbeit, sowie soziale Hilfen eingesetzt werden. Sie soll zur eigenverantwortlichen Bewältigung gesellschaftlicher Aufgaben in Börtlingen wirken und in diesem Sinne den Gemeinschaftsgeist, die Mitverantwortung, sowohl das Ehrenamt fördern und stärken. Über die Anregung bürgerschaftlichen Engagements, soll ein Beitrag zur positiven Weiterentwicklung Börtlingens geleistet werden.

Insgesamt bleibt nun zu hoffen, dass die Stiftung all diese anspruchsvollen Ziele erreichen möge. Dazu wäre es natürlich sehr förderlich, wenn zur Einzahlung des Dotationskapitals in Höhe von 50.000 € weitere Zustiftungen kämen um den Grundstock weiter auszubauen. Zuwendungen bis zu einer Höhe bis 1.000 € sind entsprechend den Stiftungsbestimmungen als Spende zu behandeln, dies bedeutet, dass Zustiftungen ab 1.000 € dem Grundstock zugerechnet werden.

Ein Stiftungsrat wird eingerichtet.

Mit einem herzlichen Dank an Hannsgeorg Kramer, sowie die großartige Unterstützung seiner Ehefrau Gudrun Kramer und der Kreissparkasse Göppingen/Der Deutschen Stiftungstreuhand, darf ich unsere Freude nochmals zum Ausdruck bringen und hoffe und wünsche, dass all dies auf segensreichem und fruchtbarem Boden weitergedeiht.

Franz Wenka
Bürgermeister